Zwischen den Stromausfällen in Rudow und in Köpenick besteht laut einem Sprecher der Berliner Feuerwehr kein Zusammenhang: „Es handelt sich um einen gewöhnlichen Stromausfall, den es immer wieder mal in der Stadt gibt“, sagte der Sprecher. Seit 21 Uhr sollen die Haushalte rund um die Waßmannsdorfer Chaussee wieder an das Stromnetz angeschlossen sein. Die Feuerwehr selber hat darüber keine weiteren Informationen, da ihr der Netzbetreiber nicht bekannt ist.
Krisenstab der Berliner Feuerwehr bestätigt weiteren Stromausfall in Berlin
In Rudow sind derzeit 2000 Haushalte ohne Strom. Betroffen sind Straßenzüge rund um die Waßmannsdorfer Chaussee. Bis 21 Uhr soll die Störung behoben sein. Laut einem Sprecher des Krisenstabs wird die Feuerwehr vorerst nicht ausrücken.
Laut Vattenfall ist die Köpenicker Altstadt seit 19 Uhr wieder mit Strom versorgt. Der Stromkonzern versichert, dass alle Haushalte bis 21.30 Uhr wieder Strom haben werden.
„Wir hatten so eine Situation noch nie“, sagt eine Vattenfall-Sprecherin: zwei komplett zerstörte 110-Kilovolt-Kabel an einer derart schlecht zugänglichen Stelle wie der Brückenrampe seien ein beispielloses Problem. Zumindest einige der betroffenen Gebiete sollen ab etwa 18.30 Uhr wieder Strom bekommen, indem umliegende Netzabschnitte angezapft würden.
"Die Baufirma hat bei uns keine Trassenauskunft eingeholt", sagt Jürgen Schunk, der Leiter des Krisenstabs bei Vattenfall. Diese Trassenauskunft über die Lage von Leitungen aller Art sei absoluter Standard. Die Infrastrukturbetreiber von Gas-, Wasser- und Stromnetzen haben schon vor Jahren ein Portal namens "Infrest" aufgebaut, um Firmen den Zugang zu den Daten zu erleichtern und derartige Havarien zu verhindern. Brücken sind auch deshalb neuralgische Punkte, weil dort besonders viele Leitungen gebündelt sind, schreibt Tagesspiegel-Redakteur Stefan Jacobs, der die Pressekonferenz besucht hat.
Stromnetz-Berlin-Geschäftsführer Thomas Schäfer ist selbst Techniker. Bei früheren Presseterminen hat er mehrfach das Netz für seine Sicherheit gerühmt: Es ist vereinfacht gesagt aus vielen Ringen aufgebaut, sodass Techniker im Fall eines Kabelschadens schnell eine Umleitung schalten können. Aber der Bohrer an der Allende-Brücke traf keinen solchen lokalen Ring, sondern eine Hauptschlagader: Von den mehr als 35.000 Kabelkilometern im Berliner Boden seien nur rund 700 Kilometer von dieser Dimension. Zum Stromausfall von Köpenick gehörte also auch ein Quentchen Pech.