Redaktionell
Redaktionell
Neueste zuerst
Älteste zuerst
See latest updates
Neuen Beitrag anzeigen
Neue Beiträge anzeigen
Jette Wiese

Demonstration am Richardplatz beendet – Lage im Kiez wieder ruhig 

Die Versammlung hat sich mittlerweile weitgehend aufgelöst. Die Polizei hat auch die letzte Kette aus Einsatzkräften geöffnet, insgesamt geht die Stimmung wieder in normale Freitagabend-Atmosphäre über, berichtet unser Reporter. Vereinzelt kam es noch zu Rangeleien, als die Beamten einige Demonstranten in Richtung Karl-Marx-Straße abzudrängen versuchte.

Die Lage im Kiez habe sich jetzt insgesamt beruhigt, bestätigte auch ein Polizeisprecher auf Anfrage. Dort geht man von 200 Demonstranten auf dem Richardplatz aus, es seien Flaschen und Steine geflogen. Wie viele Beamte im Einsatz waren und ob es weitere Festnahmen gegeben hat, konnte der Sprecher nicht sagen. Bei den Protesten am Vormittag waren mindestens 44 Menschen festgenommen worden, sechs Polizisten wurden verletzt. 
|
Kein Beitrag vorhanden
Jette Wiese

Polizei löst Kessel auf – weiter mehrere hundert Demo-Teilnehmende vor Ort 

|
Jette Wiese

Lage rund um den Richardplatz entspannt sich langsam

Die Anspannung bei der Protestaktion rund um den Neuköllner Richardplatz legt sich langsam wieder, einzeln verlassen Aktivisten den Polizei-Kessel. Außerdem ist der Platz jetzt taghell: Wie bereits gestern Abend in der Weisestraße, in der das „Syndikat“ liegt, hat die Polizei Flutlichtwagen aufgestellt. 
Bild: Julius Geiler
Bild: Julius Geiler
|
Jette Wiese
Die Polizei hat einen Kessel um die etwa 300 Demonstranten auf dem Richardplatz gebildet. In den Seitenstraßen haben sich jedoch noch weitaus mehr Teilnehmer versammelt. Die Polizei fordert die Demonstranten auf, den Platz in Richtung Karl-Marx-Straße zu verlassen und die Versammlung aufzulösen. Die Atmosphäre ist sehr angespannt. (Julius Geiler)
Bild: Julius Geiler
Bild: Julius Geiler
|
Jette Wiese
Demonstranten versuchen, die Polizeikette an der Kirchhofstraße zu durchbrechen. Es kommt zu Rangeleien zwischen Aktivisten und Einsatzkräften. Die Polizei fordert über Lautsprecheransagen dazu auf, die Versammlung offiziell anzumelden. Bislang läuft die Aktion als unangemeldete „Spontandemonstration.“
|
Jette Wiese

Demonstration am Richardplatz eskaliert 

Bei der Protestaktion gegen die Räumung des Syndikats kommt es zwischenzeitlich zu chaotischen Szenen. Aktivisten zünden Pyrotechnik und werfen Steine auf die Polizei, diese setzt Pfefferspray ein und bildet eine Kette an der Kirchhofstraße, die am Neuköllner Richardplatz liegt. Die Stimmung ist aggressiv. 
|
Jette Wiese

Spontandemonstration am Neuköllner Richardplatz geplant

Nach dem Demonstrationszug mit rund 550 Teilnehmenden erwartet die Berliner Polizei am Abend weiteren Protest rund um den Neuköllner Richardplatz. Hier wurde zu „wütenden Aktionen“ aufgerufen. Wie unser Reporter Julius Geiler berichtet, haben sich dort bereits einige Aktivisten versammelt. Die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vor Ort. 
|
Julius Betschka

Kiezkneipe wendet sich an Unterstützer: Das Syndikat ist tot, lang lebe das Syndikat!


Mit einer emotionalen Nachricht haben sich die Betreiber der Neuköllner Szene-Kneipe Syndikat am frühen Abend an Ihre Unterstützer gewandt. Die Räumung habe sie "mega stark mitgenommen". Die Strategie der Polizei habe zu vielen Anzeigen und Festnahmen geführt, schreiben die Aktivisten. "Aber wir gehen damit genauso um, wie mit unserem Kampf: gemeinsam, solidarisch & wir lassen niemanden alleine!" 

Die Betreiber bedanken sich bei allen, die "dafür gesorgt haben, dass wir überhaupt diesen Tag erleben konnten." Trotz des massiven Polizeiaufgebots hätten Demonstranten "die Cops immer wieder ganz schön ins Schwitzen gebracht", heißt es. Vielleicht, sie weiter, gebe es irgendwann wieder Möglichkeit für ein Syndikat - unkommerziell und selbstorganisiert. Der Appell an die Unterstützer: "Erhohlt euch, zeigt heute Abend & in Zukunft eure Leidenschaft & Wut", heißt es. Und: "Das Syndikat ist tot - lang lebe das Syndikat."
|
Madlen Haarbach
Rund 550 Menschen demonstrieren friedlich gegen die Räumung der Kneipe Syndikat. Die Route führt über Hermannstraße, Hermannplatz und Sonnenallee zur Werbellinstraße. Ab 21 Uhr rufen Linksautonone zu „wütenden Aktionen“ am Richardplatz auf.
Bild: Madlen Haarbach
|
Madlen Haarbach
Twitter
|
Madlen Haarbach

Demo mit rund 400 Teilnehmern startet am Herrfurthplatz 

Bild: Madlen Haarbach
|
Madlen Haarbach
Twitter
|
Jette Wiese

„Das war heute morgen unfair“

Im Schillerkiez ist es nach wie vor ruhig. Menschen sitzen in den Cafés, Anwohner wundern sich über die Polizeipräsenz im Kiez. Vor dem „Syndikat“ wurde die Weisestraße mittlerweile für den Verkehr wieder freigegeben, einige Polizisten schieben Wache vor der geräumten Kneipe. „Das war heute morgen unfair“ sagt eine ältere Nachbarin und blickt auf die Absperrgitter, die noch am Straßenrand  lehnen. Sie wundere sich, dass die Gitter nachts nicht gestürmt worden sein. „Das hätte bei uns damals anders ausgesehen“, sagt sie und lacht. Um 17 Uhr soll am benachbarten Herrfurthplatz die nächste Demonstration starten. (Madlen Haarbach)
|
Jette Wiese

Tagesspiegel-Recherche: das sind die Eigentümer 

Hintergründe zum Eigentümer des Hauses in der Weisestraße hat der Tagesspiegel in Zusammenarbeit mit dem Recherchezentrum Correctiv mit dem Projekt „Wem gehört Berlin?" aufgedeckt. Die Milliardärsfamilie Pears, der das Haus gehört, zählt zu Berlins Großeigentümern. Hinter ihr stehen mehrere Briefkastenfirmen im Ausland, durch die sie in Berlin weitgehend anonym agieren können.
|
Madlen Haarbach
Polizeisprecher: „Unser Konzept hat soweit funktioniert“
Rund um die Räumung im Schillerkiez waren am Freitag rund 700 Polizisten im Einsatz, wie Thilo Cablitz, Sprecher der Berliner Polizei, dem Tagesspiegel auf Anfrage bestätigte. „Unser Konzept hat soweit funktioniert“, sagte Cablitz, der Gerichtsvollzieher habe seine Arbeit erledigen und auch die Versammlung nach einer Verlegung um 37 Meter stattfinden können. Die Stimmung der mehreren hundert Demonstranten sei „zunächst ausgelassen, später emotional und dann aggressiv“ gewesen. Genaue Zahlen zu Festnahmen und Verletzten gab es am Freitagnachmittag noch nicht. Bis 5 Uhr morgens waren 44 Menschen vorläufig festgenommen worden, auch anschließend hatte es weitere Festnahmen gegeben.

Wir hoffen auf einen friedvollen Verlauf und darauf, dass das Thema der Versammlung bei den Protesten im Vordergrund steht“, sagte Cablitz zu seinen Erwartungen für den Rest des Tages. Am Nachmittag sind weitere Proteste angekündigt. Die Polizei sei auch darauf vorbereitet, dass eventuell Straftaten verübt werdne könnte, sagte Cablitz. Nach Tagesspiegel-Informationen könnten die Linksautonomen am Abend eher den Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg für ihre Aktionen in den Blick nehmen. 
|
Madlen Haarbach

Hikel: „Es gibt nur Verlierer“

„Erfreulicherweise sind die Proteste im Vergleich zum letzten
Wochenende nicht ausgeartet“, sagte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) auf Anfrage. Und weiter: „Trotzdem: Das ist kein guter Tag für Neukölln. Es gibt eigentlich nur Verlierer. Der Kiez hat seine Kiezkneipe verloren und die Polizei wird jetzt zum Buhmann gemacht, weil sie geltendes Recht durchsetzt. Es gibt nur einen Gewinner, und das sind die Pears-Brüder, die in London sitzen. Es bleibt dabei: Soziale Infrastruktur von Kitas über Jugendclubs bis hin zu Kiezkneipen müssen erhalten bleiben, damit unsere Stadt ihren Charakter nicht verliert.“
|
Silvia Perdoni

Erste Bilanz der Polizei


Die Polizei nahm nach ersten Zahlen bis zum frühen Morgen 44 Menschen vorläufig fest, wie ein Sprecher der „Bild“-Zeitung sagte. Sechs Polizisten wurden demnach verletzt. Etwa 700 Polizisten sollten über den ganzen Tag verteilt für die Absperrungen im Einsatz sein. (dpa)
|