Belarus hat nach Angaben aus Kiew in grenznahen Gebieten zur Ukraine mit dem Ausbau von Straßen und dem Bau von Artilleriestellungen begonnen. „Wir gehen davon aus, dass Russland ein weiteres Mal versuchen wird, Belarus in seinen Krieg (gegen die Ukraine) hineinzuziehen“, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram. Er habe Anweisung gegeben, Minsk vor den Folgen zu warnen. Die Ukraine sei bereit, ihr Hoheitsgebiet und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen.
„Die Art und die Folgen der jüngsten Ereignisse in Venezuela sollten die Führung von Belarus davon abhalten, Fehler zu begehen“, fügte er hinzu. Anfang Januar wurde der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit seiner Frau von US-amerikanischen Truppen über Nacht in die USA festgenommen und vor Gericht gestellt.
Belege für die Bautätigkeiten in Belarus legte Selenskyj nicht vor. Im Februar 2022 war die russische Armee auch von belarussischem Territorium in die Ukraine einmarschiert. (dpa)
Nach zahlreichen ukrainischen Drohnenangriffen will Russland die Luftverteidigung rund um wichtige Ölexport-Häfen am Finnischen Meerbusen verstärken. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, teilte am Freitag in einem Video mit, er habe beschlossen, „zusätzliche mobile Einheiten“ zur Abwehr von Drohnen einzusetzen. Dabei sollten auch Reservisten zum Einsatz kommen, fügte er hinzu. Freiwillige würden einen Dreijahresvertrag erhalten.
Die ukrainische Armee hat wiederholt die Häfen Ust-Luga und Primorsk angegriffen, die beide in der Region Leningrad am Finnischen Meerbusen liegen und über die viel russisches Öl umgeschlagen wird. Kiew sieht in den Attacken eine Vergeltung für russische Bombardierungen und will Moskaus Einnahmen aus Ölexporten schmälern.
Der Organisation Center for Research on Energy and Clean Air (CREA) zufolge halbierten sich die Öl-Exporte in Ust-Luga und Primorsk nach einem ukrainischen Drohnenangriff im März im Vergleich zum Vorjahresniveau. Andererseits konnte Russland seine Ölexport-Einnahmen im März nach Angaben der Internationalen Energieagentur auf 19 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 16 Milliarden Euro) fast verdoppeln. (dpa)
Der ukrainische Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Tuapse hat einen Großbrand der dortigen Ölanlagen verursacht. Rettungskräfte der Region Krasnodar berichteten am Nachmittag, dass Löscharbeiten im Gang seien, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Bis zum Abend fehlte die sonst übliche Meldung, dass der Brand eingedämmt oder gelöscht sei.
Fotos in sozialen Netzwerken zeigten eine kilometerhohe schwarze Rauchsäule über dem Hafen von Tuapse. Das Kommando der ukrainischen Armee-Spezialeinheiten teilte mit, es seien die Ölverladeanlagen wie Objekte der örtlichen Raffinerie beschädigt worden. Der Komplex gehört dem größten russischen Ölkonzern Rosneft. (dpa)
Weil er auf der Seite der Ukraine gekämpft hat, ist ein polnischer Staatsbürger von einem von Russland eingesetzten Gericht in der Ukraine zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der 47-jährige Krzysztof Flaczek sei im November 2024 in der Nähe der Stadt Tschassiw Jar festgenommen worden, teilte der russische Generalstaatsanwalt am Donnerstag mit. Das Urteil wurde vom Obersten Gericht von Luhansk verhängt. Moskau hat die ostukrainische Region als annektiert erklärt.
Es handelt sich um die jüngste Gefängnisstrafe, die gegen einen ausländischen Staatsbürger verhängt wurde, der im Kampf gefangengenommen und als „Söldner“ angeklagt wurde – und nicht als Kriegsgefangener, der unter dem Schutz der Genfer Konvention stehen würde.
Sowohl die Ukraine als auch Russland haben während des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges ausländische Kämpfer rekrutiert. Russland wird vorgeworfen, Hunderte Menschen, insbesondere aus Afrika, Asien und Zentralasien, zum Kämpfen gezwungen zu haben. Nordkorea entsandte tausend Soldaten, um die russischen Truppen zu verstärken.
Die Ukraine rekrutierte vor allem ehemalige Soldaten aus dem Westen, die Kiew bei der Verteidigung unterstützen wollten. Außerdem kämpften hunderte Kolumbianer, Georgier und Angehörige anderer Nationalitäten für die Ukraine - teils aus ideologischen, teils aus finanziellen Gründen. (AFP)
Mehr als 5000 Patienten sind nach Angaben der EU-Kommission seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor über vier Jahren aus der Ukraine zur Behandlung in europäische Krankenhäuser gebracht worden. Die Kommission habe im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens „die sichere Verlegung von mehr 5000 Patientinnen und Patienten aus der Ukraine in Krankenhäuser in 22 Ländern in ganz Europa für spezialisierte medizinische Behandlungen ermöglicht“, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung in Brüssel.
Zuletzt wurden demnach am Mittwoch Patienten nach Deutschland, Finnland, Norwegen und in die Niederlanden ausgeflogen.
Koordiniert werden die Evakuierungen über das Notfall-Koordinationszentrum der EU-Kommission in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Betroffen sind Patientinnen und Patienten mit „schweren Verletzungen, chronischen Erkrankungen und komplexen Krankheitsbildern“, wie die Kommission weiter mitteilte. (AFP)