Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban droht mit seinem Veto gegen ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland, falls Kiew nicht die Wiederaufnahme russischer Öllieferungen über eine durch die Ukraine verlaufende Pipeline ermöglicht. „Das 20. Sanktionspaket wird abgelehnt“, verkündete Orban am Sonntag im Onlinedienst X. „Solange die Ukrainer die Öllieferungen nach Ungarn nicht wiederaufnehmen, werden wir keinen für sie wichtigen Entscheidungen zustimmen“, schrieb Außenminister Peter Szijjarto bei Facebook.
Hintergrund ist, dass die Druschba-Pipeline nach Angaben der ukrainischen Behörden infolge einer Beschädigung während eines russischen Angriffs Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt wurde. Über den Südstrang der Pipeline wird üblicherweise russisches Öl über die Ukraine unter anderem in die Slowakei und nach Ungarn transportiert. (AFP)
Zum vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Papst Leo XIV. am Sonntag ein sofortiges Ende des Krieges gefordert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz formulierte er einen Friedensappell und rief: „Wie viele Opfer, wie viele zerstörte Leben und Familien! Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!“
Der Krieg ziehe eine Spur des Todes, der Zerstörung und der Schmerzen hinter sich, die Generationen prägen werde. Deshalb könne der Frieden „nicht weiter aufgeschoben werden“, nötig seien „verantwortliche Entscheidungen“, so der Papst vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz. „Die Waffen sollen schweigen, die Bombardierungen aufhören!“
Um zum Frieden zu gelangen, müsse „ohne Verzögerung“ ein Waffenstillstand angestrebt werden. Ferner sei eine „Stärkung des Dialogs“ nötig, um einen Weg zum Frieden zu finden. Die Christen in aller Welt rief der Papst abschließend zum Gebet auf „für das gequälte ukrainische Volk und für alle, die unter diesem Krieg leiden“. (KNA)
Bei neuen russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden. Unter den Verletzten sei auch ein Kind, teilte Selenskyj bei Telegram mit. „Das Hauptziel des Angriffs war die Energieversorgung, auch normale Wohngebäude wurden beschädigt, und es gab Schäden an der Eisenbahn“, sagte Selenskyj. Bei dem Toten im Kiewer Gebiet handelte es sich Behörden zufolge um einen 49 Jahren alten Mann.
Russland habe mit fast 300 Drohnen und 50 Raketen und Marschflugkörpern angegriffen, teilte Selenskyj weiter mit. Neben Kiew seien auch die Gebiete Dnipropetrowsk, Kirowohrad, Mykolajiw, Odessa, Poltawa und Sumy betroffen. „Moskau investiert weiterhin mehr in Angriffe als in Diplomatie“, sagte Selenskyj mit Blick auf die Verhandlungen der Kriegsparteien, bei denen bisher kein Frieden in Sicht ist.
Allein in dieser Woche habe Russland über 1.300 Kampfdrohnen, mehr als 1.400 Gleitbomben und 96 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. „Deshalb müssen wir unsere Luftverteidigung stärken“, sagte der Präsident weiter. Die Ukraine brauche Abwehrsysteme, die auf ballistische Raketen reagieren. „Jedes solche Paket schützt kritische Infrastruktur und erhält die Normalität des Lebens“, sagte er. (dpa)