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Ingo Salmen

1. Mai in Berlin: mehr Party und Protest als Gewalt

Rund 30 Demos waren für den Tag der Arbeit angemeldet, Zehntausende waren auf den Straßen, um zu protestieren oder einfach den Mai zu feiern. Das alles verlief weitgehend friedlich. Auch am Abend zeigte sich die Polizei zufrieden. "Insgesamt haben wir eine ruhige Lage", bilanzierte Polizeisprecher Martin Halweg. Es gebe ein "normales Straßenbild".

Sogar die "Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration" am Abend lief so schnell wie selten durch Neukölln und Kreuzberg und verlief auch ziemlich störungsfrei. Nur am vorgezogenen Endpunkt, dem Kottbusser Tor, kam es zu einigen Auseinandersetzungen. Nachdem sich die tausenden Teilnehmenden zerstreut hatten, gab es noch einmal Konflikte in der Oranienstraße. Die Polizei zeigte sich auch vorbereitet darauf, dass in der Nacht noch kleinere Gruppen randalieren könnten. Bilanz gezogen wird dann am Dienstag.

Eindrücke vom Tage können Sie auch in dem folgenden Video bei Instagram sehen.

Wir beenden damit unsere Live-Berichterstattung vom 1. Mai, bedanken uns für Ihr Interesse und wünschen eine erholsame Nacht!
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Ingo Salmen

Warum ist die Polizei in der Oranienstraße im Einsatz?

In der Oranienstraße feiern viele Menschen, die Mischung aus übrig gebliebenen Demonstrierenden und Kreuzberger Partypublikum – in dieser Nacht sind es besonders viele, es ist 1. Mai, es sind die ersten warmen Tage.

Warum geht die Polizei dazwischen und lässt sie nicht einfach feiern? Polizeisprecher Martin Halweg begründet den Einsatz der starken Kräfte mit der Gefahrenabwehr. Es gebe eine "Vielzahl von Personen, die vor Cafés und Kneipen feiern". Das ist an sich weder verwerflich, noch verboten. Anders ist das, wenn eben viele dieser Leute auch auf der Fahrbahn feiern. "Da können wir als Polizei nicht einfach daneben stehen." Es geht also um mögliche Gefahren für die Leute dort – etwa durch fahrende Autos.

Gefahren übrigens, die es in früheren Jahren nicht gab – denn da war Kreuzberg 36 für das Myfest ohnehin immer komplett für den Verkehr gesperrt. Polizeisprecher Halweg will nicht spekulieren, ob das an diesem Abend etwas geändert hätte, aber erklärt: "Der Bereich lag im Veranstaltungsbereich des Myfestes."

Ob der Polizeieinsatz in der Oranienstraße immer verhältnismäßig war, wird sicherlich noch nach dem 1. Mai zu klären sein. Die folgende Szene jedenfalls lässt Zweifel aufkommen, ob die Entscheidung richtig war, noch einmal mit so großen Kräften in der Oranienstraße dazwischen zu gehen – ein Polizeitrupp aus Mecklenburg-Vorpommern attackiert einen allein auf der Straße stehenden Feiernden mit Pfefferspray und schubst ihn dann um.
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Ingo Salmen
Wo wir gerade über Party sprachen: Hier lesen Sie, was heute so alles in Berlin los war.
tagesspiegel
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Ingo Salmen

Starke Polizeikräfte in der Oranienstraße: Gedränge, Flaschenwürfe

Die Nacht beginnt – und nun gibt es doch noch einmal Stress. In der Oranienstraße, Ecke Rio-Reiser-Platz trifft die Polizei auf Demo-Reste und Partypublikum. Einsatzkräfte sind in großer Zahl aufmarschiert und versuchen offenkundig, die Fahrbahn zu räumen, wie Tagesspiegel-Reporter Julius Geiler berichtet. Doch die Leute wollen sich nicht wegdrängen lassen – und haben auch keine Lust, nach Hause zu gehen. Schließlich gab es bisher wenig Action. Vereinzelt fliegen aus der Menge Flaschen auf in Richtung der Beamten. Doch es sieht eher nach Scharmützeln aus.
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Ingo Salmen

Polizeipräsidentin Slowik: "Sehr friedlicher 1. Mai"

Eine gelöste, geradezu strahlende Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat gerade im RBB Zwischenbilanz gezogen. Die Bilanz sei "positiv", sagte sie, es sei ein "sehr friedlicher 1. Mai" gewesen. "Berlin war draußen."

Auch die "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" am Abend sei "überraschend friedlich" verlaufen. Die Ursache für den Stau und das Gedränge am unerwarteten Demo-Endpunkt Kottbusser Tor sah Slowik auf die vom Veranstalter vorgesehene Zwischenkundgebung. "Das hat natürlich zu einem Rückstau geführt."
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Julius Geiler
Polizei zieht erste Einheiten ab
Am Kottbusser Damm hat sich die Lage beruhigt. Die Polizei beginnt mit dem Abzug einzelner Hundertschaften. Sogar der Straßenverkehr läuft wieder. Vor Döner-Imbissen und Spätis ist währenddessen noch viel los. 
Bild: Julius Geiler
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Sophie Krause

Zwischen Kotti und NKZ prallten beide Teile des Demozuges aufeinander

Auf Twitter reagiert die Berliner Polizei auf einen Tweet unseres Reporters zur Enge auf der Adalbertstraße bei der Demo: Die mobilen Absperrgitter am Kottbusser Tor seien zum Schutz der Kottiwache aufgestellt worden. Die Wegstrecke sei vom Versammlungsleiter selbst gewählt worden und die Engstelle am NKZ (das Zentrum Kreuzberg) baulich bedingt. "In alle anderen Richtungen war der Weg jederzeit frei", hieß es von der Polizei.

Nach Beobachtungen von Tagesspiegel-Reportern waren zwischenzeitlich jedoch mehrere Straßen rund ums Kottbusser Tor blockiert. 

Als die vordere Spitze des Demozuges die Kottiwache passiert hatte, entschieden sich die Veranstalter – nach eigenen Angaben, um die Teilnehmenden zu schützen – dazu, die Demo vorzeitig aufzulösen. Zu dem Zeitpunkt war ein Großteil des Demozuges auf Höhe des Bahnhofes Kottbusser Tor bzw. zwischen Bahnhof und Kottiwache. Die Polizei hatte die Mittelinsel rund um den Bahnhof mit Bauzäunen weiträumig abgesichert, alle Abfahrten des Kreisverkehrs rund um den Bahnhof – mit Ausnahme von Adalbertstraße im Norden und Kottbusser Straße/Kottbusser Damm im Süden – wurden von Polizeiketten und Mannschaftswagen blockiert

Nach Ende der Demo kehrten jene, die sich auf dem Kreisverkehr am Kottbusser Tor befanden, um und wollten über den Kottbusser Damm zurückgehen. Von dort strömten allerdings Tausende Menschen nach, die noch nicht wussten, dass die Demo aufgelöst wurde. Rund eine halbe Stunde lang prallten der nördliche und südliche Teil der Demo zwischen Bahnhof und NKZ auf der Straße aufeinander, auch die Gehwege waren zunächst durch Hamburger Gitter abgesperrt. In diese Gemengelage hinein warfen Autonome einzelne Böller und Flaschen. Einige Menschen verfielen in Panik, da kein Ausweg erkennbar war. Erst rund eine Stunde nach Auflösung der Demo strömten die Menschen – überwiegend Richtung Kottbusser Damm – ab. (Madlen Haarbach)
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Ingo Salmen

Bei Instagram im Video: Bilanz unseres Reporters – was war da am Ende los?

Vom friedlichsten 1. Mai seit vielen Jahren berichtet unser Reporter Julius Geiler. Er befindet sich am Kottbusser Tor, wo die Veranstalter vorzeitig die "Revolutionäre 1.-Mai-Demo" beendet haben. Danach kam es jedoch zu einigen brenzligen Szenen. Viele Teilnehmende im Bereich Adalbertstraße und  Kreisverkehr Kottbusser Tor wussten nicht, wo sie hingehen sollten, während von hinten noch viele nachdrängten – nur wenige hatten das Demo-Ende am Anfang bemerkt. Dadurch bekamen die Teilnehmenden in diesem Bereich Platznot, zumal die Polizei viele Gitter aufgestellt hatte. Erst nach einer Weile löste sich dieses Geschehen auf.

Die gesamte Bilanz gibt es hier im Video bei Instagram.
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Sophie Krause

Polizei: 12.000 Teilnehmer

Nach dem Ende der Revolutionären Mai-Demo spricht die Polizei von 12.000 Teilnehmern. Die Versammlung sei weitgehend friedlich gewesen. Erwartet hatte die Behörde im Vorfeld 10.000 bis 15.000 Menschen, angemeldet waren offiziell 2000. Die Veranstalter twitterten am Abend, 20.000 Teilnehmer hätten sich in Neukölln versammelt.
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Sophie Krause

Lage am Kotti entspannt sich

Auf der südlichen Seite des Kottbusser Tors entspannt sich die Lage. In einer Polizeidurchsage heißt es: „Bitte gehen Sie jetzt nach Hause, es passiert hier nichts mehr, außer dass Polizeiautos rumstehen.“ Die meisten Menschen ziehen ab. (Madlen Haarbach)
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Sophie Krause

Immer wieder Festnahmen am Kottbusser Tor

Auf der Südseite des Kottbusser Tors fordert die Polizei Menschen auf, weiterzugehen. Teilnehmende brüllen: "Aber da ist überall zu, lasst uns raus", berichtet unsere Reporterin.

Am Kottbusser Tor gibt es außerdem immer wieder Festnahmen. Die Polizei bringt Menschen mit körperlichem Zwang zu Boden.
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Sophie Krause

Polizei versucht die Menge auseinanderzutreiben

Auch unter der Hochbahn versucht die Polizei, die Menschenmenge auseinanderzutreiben. Es kommt vermehrt zu körperlichen Auseinandersetzungen, berichtet unser Reporter Julius Geiler, außerdem Böller, Geschubse und auch Festnahmen.
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Ingo Salmen

Ende am Kotti: Auch Polizei "überrascht" - Enge, Hektik, Rettungswagen

Das vorzeitige Ende der "Revolutionären 1.-Mai-Demo" an der Kotti-Wache hatte auch die Polizei nicht erwartet. "Das war natürlich überraschend auch für uns", sagte Polizeisprecher Martin Halweg dem Tagesspiegel. Ursprünglich sei an dieser Stelle lediglich eine Zwischenkundgebung auf dem Weg zum Oranienplatz vorgesehen gewesen. Nachdem die Veranstalter die Demonstration vorzeitig beendet hätten, würden die tausenden Teilnehmenden nun mit Lautsprecherdurchsagen in mehrere Richtungen abgeleitet. Wer die Wache noch nicht passiert habe, solle in Richtung Kottbusser Damm oder Skalitzer Straße gehen, wer an der Spitze des Zuges gewesen sei, könne auch über die Oranienstraße den Bereich verlassen.

Tagesspiegel-Reporterin Madlen Haarbach berichtete, dass es vor allem im Bereich zwischen U-Bahnhof Kottbusser Tor und der Kotti-Wache im Neuen Kottbusser Zentrum hektische Szenen gegeben habe. Zum einen ging es nicht weiter, während aus Richtung des Kottbusser Damms noch viele Menschen nachdrückten. Zum anderen lösten Böllerwürfe vereinzelt Panik aus. In der Enge kam es offenbar auch zu Verletzten, ein Rettungswagen war im Einsatz. Die Lage beruhigte sich zwar nach einigen Minuten wieder – doch vielen in der Menge war weiterhin nicht klar, wohin sie sich bewegen sollten.

Polizeisprecher Halweg lagen zunächst keine Informationen über mögliche Verletzte vor. Die Fläche des Kreisverkehrs am Kottbusser Tor sei natürlich begrenzt, zudem die Adalbertstraße nach Norden ein "Flaschenhals". Die Stimmung unter den "ehemaligen Teilnehmenden" sei jedoch "deutlich friedlich" bis "entspannt". Im Verlauf der Demonstration sei zwar vereinzelt Pyrotechnik gezündet und sogar eine Stinkbombe geworfen worden. Größere Übergriffe habe es jedoch nicht gegeben. Die Polizei sei jedoch auch auf die Nacht vorbereitet. "Wir rechnen damit, dass kleinere Gruppen die Dunkelheit nutzen könnten, um Straftaten zu begehen", sagte der Sprecher.
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Sophie Krause

Polizei an der Oranienstraße

Die Polizei beginnt damit, die Menge auseinanderzutreiben, berichtet "Welt"-Reporter Alexander Dinger und postet ein Video von der Oranienstraße Ecke Adalbertstraße.
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Sophie Krause

Panik am Bahnhof Kottbusser Tor

Am Bahnhof Kottbusser Tor brechen Menschen in Panik aus, Autonome werfen Böller und Flaschen in Richtung der abströmenden Menschen. Eine Frau sitzt schluchzend am Rand und sagt: „Ich will hier einfach nur raus.“ (Madlen Haarbach)
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Hanna Beisel

Unterdessen auf dem Mariannenplatz 

Zwischen klirrenden Bierflaschen wird auf dem vollgemülltem Mariannenplatz weitergefeiert und getanzt.
Bild: Hanna Beisel
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Sophie Krause

Menschen übersteigen Gitter

Menschen übersteigen Gitter in der Adalbertstraße, nachdem sich Panik wegen der Enge breit gemacht hatte. Die Polizei spricht via Funk über mögliche Quetschungen. (Julius Geiler)
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Sophie Krause

Tausende Menschen zwischen Adalbertstraße und Kottbusser Tor

Es sind weiter Tausende Menschen zwischen Adalbertstraße und Bahnhof Kottbusser Tor, in alle Richtungen außer zum Kottbusser Damm hat die Polizei eingekesselt. Richtung Kottiwache brüllen Teilnehmende: „Wo wart ihr in Hanau?“ Zwischendurch gibt es vereinzelt Böller. (Madlen Haarbach)
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Sophie Krause

Polizei: Demo durch den Veranstalter beendet

Jetzt teilt auch die Polizei mit, dass bei der Revolutionären Mai-Demo Schluss ist: Sie sei durch den Versammlungsleiter am Kottbusser Tor beendet worden. Die Technik werde bereits abgebaut.
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